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Lernprobleme

Mögliche Ursachen

Im Rahmen meiner Lernberatung ist der erste Schritt die Ergründung der Ursachen der eingeschränkten Lernfähigkeit. Eltern und Kinder sind oft sehr erleichtert durch die Klarheit, die dadurch erreicht wird. Mangelnde Intelligenz zählt meist nicht zu den Ursachen der Lernprobleme. Durch die Ergebnisse der Ursachenanalyse ergeben sich gezielte Ansätze zur Lösung der Problematik. Es entstehen Handlungsmöglichkeiten und das Gefühl, an der Situation etwas positiv zu beeinflussen und das eigene Potenzial neu zu entdecken.

Mein Ziel ist es, nicht nur die bereits bestehenden Diagnosen zu ergänzen, sondern auch eine tiefgehende Analyse und ein echtes Verstehen der Probleme möglich zu machen.

Mit Hilfe der Kinesiologie und dem Muskeltest (Siehe Kinesiologie), Gespräch und Beobachtung können die Ursachen nach und nach aufgedeckt werden. Im Rahmen einer Anamnese wird die genaue Situation wie folgt analysiert:

- Körperliche Situation (Gesundheitszustand, Zustand der Sinne, visuelle, akustische und empfindende Wahrnehmungsfähigkeit, Körperbewusstsein, fein- und grobmotorische Fähigkeiten, Ganzkörpermotorik, Wahrnehmung der Raum- Lage, Hand-Augen-Koordination, Gleichgewicht, Gehirnhälften-Integration *, Reflexe, Körpertonus, sprachliche Eigenheiten, Zustand Gehirnfunktionen, genetische Prädispositionen, vorhandene Erkrankungen, Allergien, Impfungen, Medikamenteneinnahmen, Ernährung, Wasser, Licht, Computer-, Handy-, Fernsehkonsum, Schlaf, Bewegung)

- Psychische Situation (Selbstbewusstsein, Zutrauen in eigene Fähigkeiten, Selbstbild, Wesen, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz, Fähigkeit zur Anpassung, Leistungsbereitschaft, Motivation, Stimmungslage, Kommunikations- fähigkeit, Kooperationsbereitschaft, Konfliktverarbeitung, Umgang mit Regeln, Eigenständigkeit, Negativität, Einstellung, Temperament, Fähigkeit zur Selbst- reflexion)

- Soziale Situation (familiäre Prägungen, Normen, Werte, Erziehungsstil, Vorbilder, familiäre Situation, Geschwisterrivalität, gemeinsame Aktivitäten, Zeit füreinander, Harmonie, Stabilität, Ehrlichkeit, Wohnsituation, Rolle in der Klassengemeinschaft, Freundschaften, Hobbies)

- Lernsituation (Erfahrungen mit dem Lernen, Haltung zum Lernen allgemein, Lerntyp, Lerntechniken, Unterrichtsstil Lehrer, Hausaufgabensituation, Eigenständigkeit beim Lernen, Erfahrungen mit Lernförderung, bisherige Diagnosen: LRS, Dyskalkulie, AD(H)S, Klasse)

- Lebensgeschichte (gemachte Erfahrungen, durchlebte Erkrankungen, erlittene Unfälle, Traumata, Schocks, Verlauf Schwangerschaft, Geburt, Umzüge, Tod Großeltern, Schulwechsel, Lehrerwechsel, Ereignisse und Erlebnisse, die einen nachhaltigen Einfluss hinterlassen haben)

- etc. (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) ...

 

Wie Sie sehen, gibt es nicht DIE Ursache und DEN Hintergrund einer (Lern-) Problematik. Man muss sich die Mühe machen, genau hinzuschauen und die Situation individuell zu erforschen, denn die Entstehung von Lern-, Konzentrations- und Verhaltensproblemen ist ausgesprochen persönlich und immer im Kontext der

1. Lebensgeschichte eines Kindes,

2. seiner körperlichen Konstitution/seines körperlichen Zustands und

3. seines Wesens/seiner Haltung zum Leben/Lernen

zu betrachten, zu verstehen und zu werten.

 

Eine umfangreiche Befundaufnahme bietet die Grundlage für jede adäquate soziale, pädagogische oder therapeutische Intervention. Je mehr wir darüber wissen, desto qualifizierter, kürzer und kostengünstiger kann die Hilfe sein!

***

Nachfolgend gebe ich Ihnen noch wichtige Informationen zum Thema ‘emotionaler Stress’, der oft die Hauptursache von Konzentrationsproblemen und Lernblockaden ist und zudem alle Lernprobleme begleitet (Sekundärproblematik).

Lernvoraussetzungen

In der heutigen Zeit ist es fast nicht möglich, den Kindern ein stressfreies Umfeld zu bieten - weder in der Familie noch in der Schule. Viele Kinder sind geplagt vom täglichen Leistungsdruck und schulischen und familiären Konflikten, die ihre Lern- und Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen.

Für eine gute Gehirnentwicklung bräuchten wir fast schon utopisch perfekte Bedingungen. Dies umfasst Zuwendung, Halt, Vertrauen, Bewegung, Spiel, gesunde Ernährung, ausgeglichener Wasserhaushalt, Anregungen und Feedback.

Unter optimalen Voraussetzungen lernen wir mit der Schwerkraft umzugehen, unsere Sinne und ein gesundes Körperbewusstsein zu entwickeln. Dies ermöglicht eine selbstbewusste Beziehung zur Umwelt und damit die Basis für unsere Konzentrations- und Lernfähigkeit. Das Zusammenspiel der beiden Gehirnhälften verbessert sich und es entwickelt sich eine Dominanz von Ohren, Augen, Hand und Fuß - wichtige Voraussetzungen für leichtes Lesen, Schreiben und Rechnen.

Auch Regenerationsphasen und scheinbares Trödeln sind wichtig, um Eindrücke zu verdauen. Optimale Bedingungen sind außerdem Strukturen und Regeln ohne übermäßigen Leistungsdruck und das Gefühl, dass das Kind auch liebenswert ist, wenn es keine perfekten Leistungen erbringt.

Idealerweise erlebt das Kind eine positive und entspannte Lernatmosphäre sowohl zu Hause als auch in der Schule.

Das Gehirn unter Stress

Wenn keine guten Bedingungen herrschen - und so sieht der Alltag meist aus - gerät das System unter Stress. Zu großer emotionaler Stress schaltet das Großhirn ab und wir fallen zurück auf unser Stammhirn (Überlebens-Gehirn) - hier geht nur noch Kämpfen, Flüchten oder Erstarren. Unsere Aufmerksamkeit ist nach außen gerichtet, um Gefahren zu erkennen, d. h. wir sind mit dem Überleben beschäftigt. Die Konzentration liegt auf dem Entkommen aus der scheinbaren Gefahr und es gibt wenig Kapazität für das gegenwärtige Lernen und eine Problemlösung. Das Denken, die Konzentration und die Aufmerksamkeit sind stark eingeschränkt. Diesen Zustand kennt jeder von uns, wenn er sich einmal richtig aufgeregt hat. Auch die Kinder befinden sich beim Lernen aufgrund zahlreicher Stressoren oft in diesem ‘Überlebens-Zustand’, d.  h. sie würden während des Unterrichts unbewusst z. B. gerne flüchten, sollen sich aber auf den Lernstoff konzentrieren.

Auch wenn die Kinder zu früh, zu häufig ohne Bewegung sind und zu viel sitzen wie z. B. im Auto, am Computer, vor dem Fernseher etc. wird die Tiefenwahr- nehmung zu wenig entwickelt. Die Sinne werden träge und das Kind braucht immer mehr Stimulation von außen. Auch die Muskulatur leidet stark unter diesem bewegungslosen Zustand, denn die natürliche Balance zwischen An- und Entspannung ist gestört und dies verursacht Stress.

Besonders emotionaler Stress der Eltern kann die Entwicklung des Kindes und damit die Aufmerksamkeit, Wahrnehmungsreifung und die Lernbereitschaft beein- trächtigen.

Beispiele für emotionale Stressoren:

  • Stress in der Familie (Geschwisterrivalität, Streit Eltern, Umzug)
  • Ängste, Wut gegenüber Lehrern
  • Angst vor Mitschülern (‘Mobbing’)
  • Stress auf Schulfächer (‘Hass-Fächer’)
  • Stress bei den Hausaufgaben (hohe Erwartungen/Ungeduld)
  • Leistungsdruck
  • Prüfungs- u. Bewertungsängste
  • mangelndes Selbstbewusstsein etc.

Die Rolle der Gefühle

Mittlerweile wurden diese Ursachen unter anderem mit Hilfe der Gehirnforschung und durch die Erfahrung von Pädagogen, Psychologen und innerhalb der Lern- forschung immer mehr untersucht und beobachtet. Beim erfolgreichen Lernen spielen die Gefühle eine entscheidende Rolle. Kann sich das Kind für den Lernstoff begeistern, so fällt das Lernen oft leicht und der Stoff bleibt im Gedächtnis. Stören jedoch negative Gefühle (meist Ängste) den Lernprozess, so kommt es häufig zu Lernproblemen. Bei zu großen Ängsten sorgt der Thalamus (Zwischenhirn/‘Tor zum Bewusstsein’) dafür, dass nur Bruchteile des Gelernten im Großhirn ankommen.

Diese negativen Gefühle (Angst, Wut, Ärger etc.) sind meist durch schlechte Erfahrungen entstanden, z. B. das Kind wurde beim Lesen häufig ausgelacht - danach wird es unbewusst immer beim Lesen z. B. an seine Misserfolge und Schamgefühle erinnert. Daraus können dann negative Überzeugungen (‘Ich bin ein schlechter Leser.’) entstehen und bei weiteren Misserfolgen kann das Selbstbild des Kindes immer stärker leiden. Es traut sich immer weniger zu und fängt an, bestimmte Lernsituationen zu vermeiden. Die Gefahr ist, dass die Kinder innerlich in einen Teufelskreis geraten und sich die Glaubensmuster verstärken können bis zu ‘Ich bin dumm.’ Diese ‘innere Mauer’ zeigt sich dann als Lernblocka- de, die oft mit Faulheit verwechselt wird. Im schlimmsten Fall entwickelt das Kind eine allgemeine Schulangst und will gar nicht mehr in die Schule - dieses Problem hat meist ‘klein angefangen’.

Als Lösung des Problems erhalten die Kinder überwiegend Nachhilfe oder Förder- unterricht, d. h. sie sollen noch mehr üben. So werden sie immer häufiger und stärker mit ihren Ängsten, die im Gehirn gespeichert und mittlerweile mit dem Lernen gekoppelt sind, konfrontiert. Die Kinder verzweifeln oft immer mehr, denn sie üben schon häufiger als andere und trotzdem bleiben die Noten schlecht. Für diesen ‘Unruhe-Zustand’ sucht das Gehirn unbewusst eine Lösung und die lautet meist “Wenn ich trotz Üben nicht besser werde, dann muss ich wohl dumm sein.”  - eine fatale Schlussfolgerung, denn mangelnde Intelligenz ist meist nicht die Ursache von Lernproblemen.

Die eigentliche Lernblockade wird also unbewusst durch negative Gefühle verursacht. Dies erklärt, warum man Lernprobleme nicht nur über den Verstand, sondern in erster Linie über die Gefühle lösen muss.

Nachfolgend schildere ich ein Beispiel zur Gehirnhälftenintegration *:

Zur Integration der Gehirnhälften trägt ganz entscheidend die Krabbelphase  bei. Die Überkreuzbewegungen vorwärts und rückwärts sind ein wichtiger Ent- wicklungsschritt für die Reflexe, die Entwicklung der beiden Gehirnhälften und dem verbindenden Balken (Corpus Callosum). Die Informationsaufnahme und -verarbei-  tung über beide Hände und Füße sowie beide Augen und Ohren mit beiden Gehirn- hälften und die entsprechende Impulsumsetzung für das Handeln kann nur funk- tionieren, wenn die neuronalen Verknüpfungen im Gehirn vorhanden sind. Diese fehlenden Strukturen können z. B. durch ‘Gehirn-Gymnastik’ (Brain Gym®) trainiert werden.

In meiner lerntherapeutischen Beratung geht es darum, diese Stressoren, die sich nach außen als Lernprobleme zeigen können, aufzuspüren und durch ganzheitliche Techniken (Siehe Lern-Coaching) schrittweise aufzulösen. Hinter dem ‘Symptom Lernproblem’ verbergen sich oft die oben genannten Faktoren als Ursachen.

 

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Stefanie Marz

An der Eselshaut 9

67435 Neustadt

Telefon

06321/9595945

lernen-marz@gmx.de

 

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